Die perfekten Morde


Zehn Personen werden auf eine einsame Insel gelockt – und einer nach dem anderen kommt dort ums Leben. Agatha Christies Und dann gab’s keines mehr ist der meistverkaufte Krimi aller Zeiten. Aus gutem Grund: Er ist raffiniert komponiert, spannend und amüsant.

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Ein luxuriöses Anwesen mit mysteriösem Besitzer, eine einsame Insel ohne Fluchtmöglichkeiten und zehn Menschen, die sich vorher noch nie begegnet sind – mehr braucht es nicht für einen perfekten Mord. Oder zehn.

Zehn Personen werden aus unterschiedlichen Gründen auf eine kleine Insel vor der Küste von Devon in England gelockt. Mal verspricht die postalische Einladung von einem ominösen Absender namens U. N. Owen ein Treffen mit alten Bekannten, mal winken Jobs. Und so finden sie sich alle am selben Tag dort ein; der ältere Richter, die junge Lehrerin, ein ehemaliger Polizist, das Bediensteten-Paar. Als sie des Abends noch dabei sind, sich kennenzulernen, schallt ihnen plötzlich von einem Grammophon eine aufgenommene Stimme entgegen, die ihnen allen schwere Verbrechen vorwirft. Kaum ist die Stimme verstummt, rafft es den ersten Besucher auch schon dahin, bei Nacht gibt es den nächsten rätselhaften Mord. Den anderen geht bald auf: Die Todesarten folgen dem populären Abzählreim „Zehn kleine Kriegerlein“ der in gerahmter Fassung in jedem ihrer Zimmer hängt.

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Wer ist der Mörder? Welchen Grund könnte er – oder sie – haben, diese zehn Menschen, die nichts miteinander zu tun haben, zur Strecke zu bringen? Und kann man ihn aufhalten, wenn man weiß, welchem Muster die Morde folgen? Die Gäste sind offensichtlich die einzigen auf dieser einsamen Insel, und so beschuldigen sie sich gegenseitig, der Täter zu sein. Von diesem Verdacht entlastet nur der eigene Tod – und der ereilt sie einen nach dem anderen.

Der Tod, das war für die anderen.

Aus: Und dann gab’s keines mehr

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Agatha Christies Kriminalroman Und dann gab’s keines mehr erschien im Original 1939 als Forstsetzungsgeschichte in einer Zeitung und noch im selben Jahr auch in Romanform. Nun wurde er von Eva Bonné, einer der renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Englischen, auf elegante und zeitgemäße Weise neu ins Deutsche übertragen. Der Krimi war damals ein sofortiger Hit und hat sich seit Erstveröffentlichung über 100 Millionen Mal verkauft, womit er eines der meistverkauften Bücher aller Zeiten ist. Und das aus gutem Grund: Und dann gab’s keines mehr ist ein wahnsinnig gewitzter und fesselnder Roman voller Plottwists, der für viele Kritiker:innen als Christies bester gilt.

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Wie herausfordernd die Komposition von Und dann gab’s keines mehr verrät uns die Grande Dame der Kriminalliteratur mit einem Augenzwinkern in der Vorbemerkung: „Das Buch wurde freundlich aufgenommen und erhielt wohlwollende Kritiken, aber die größte Freude daran hatte ich, denn ich wusste besser als jeder Kritiker, wie schwer es gewesen war.“ Und welche Freude man erst beim Lesen hat!

 

Isabella Caldart muss zu ihrer Schande zugeben, dass das der erste Roman von Agatha Christie ist, den sie gelesen hat. Es wird nicht ihr letzter sein.

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Die Autorin

Agatha Christie (1890–1976), geboren in Torquay, wuchs an der Südküste Englands in einer wohlhabenden Familie auf und erhielt eine überwiegend private Bildung. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete sie als Krankenschwester und in einer Apotheke, wo sie Kenntnisse über Gifte erwarb, die später in ihre Romane einflossen. Nach ersten literarischen Versuchen gelang ihr mit Der mysteriöse Fall von Styles der Durchbruch, der Roman, in dem sie die Figur des Detektivs Hercule Poirot einführte. Es folgten zahlreiche, heute weltberühmte Kriminalromane und Theaterstücke, darunter Mord im Orient-Express und Die Mausefalle.


Die Illustratorin

Annika Siems, geboren 1984, studierte Mode und Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg sowie an der École nationale supérieure des Arts Décoratifs in Paris. Sie arbeitet als freischaffende Künstlerin, Autorin und Dozentin.


Die Übersetzerin

Eva Bonné, geboren 1970, studierte amerikanische und portugiesische Literaturwissenschaft in Hamburg, Lissabon und Berkeley. Seither übersetzt sie Literatur aus dem Englischen, unter anderem von Rachel Cusk, Anne Enright, Michael Cunningham und Abdulra zak Gurnah. Sie lebt in Berlin.


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